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Erwachsene reden – Marco hat was getan

Erwachsene reden – Marco hat was getan

Kirsten Boie

Es war ein unglücklicher Zufall, er habe eigentlich keine Schuld, versucht Marco sich zu rechtfertigen. Doch er hat etwas getan, das zwei Menschen das Leben gekostet hat: ein von einer türkischstämmigen Familie bewohntes Haus in Brand gesetzt. Kirsten Boie lässt zu diesem Vorfall dreizehn Personen aus Marcos Umfeld zu Wort kommen.

Schlagworte:
Drama
Zeit:
Gegenwart
Schauplatz:
Eine biedere deutsche Kleinstadt
Hauptfiguren:
13 Personen rund um den Brandstifter Marco (15)

Inhalt

Es gäbe im Ort so gut wie keine Ausländer und damit – so folgert der Bürgermeister der biederen deutschen Kleinstadt – auch keinen Fremdenhass. Und doch brennt eines Nachts ein von Türken bewohntes Haus, nachdem der 15-jährige Marco dort Feuer gelegt hat. Kirsten Boie lässt zu diesem Vorfall dreizehn Personen aus Marcos Umfeld zu Wort kommen und stellt deren Aussagen unkommentiert nebeneinander: den Bürgermeister, den Jugendclubpädagogen, die Freunde, die Mitschüler, die Lehrer und andere. Zumeist gibt man sich schockiert und distanziert sich von Marco. Letztendlich finden sich jedoch nur wenige, die sich kritisch mit dem Vorfall auseinandersetzen, die sich mitverantwortlich fühlen und sich ihrer eigenen Hilflosigkeit bewusst sind.

Über die Autorin

Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie wurde 1950 in Hamburg geboren, studierte dort Germanistik und Anglistik. Zwei Semester besuchte sie, gefördert durch ein Auslandsstipendium der Hamburger Universität, die Universität Southampton/Großbritannien. Nach dem ersten Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Englisch promovierte sie im Fach Literaturwissenschaft über die frühe Prosa Bertolt Brechts. Sie arbeitete als Lehrerin in einem Gymnasium, wechselte auf eigenen Wunsch später an eine Gesamtschule. 1983 adoptierte sie mit ihrem Mann ihr erstes Kind. Auf Verlangen des vermittelnden Jugendamtes musste sie ihre Berufstätigkeit aufgeben - so waren die Zeiten damals - , um sich ganz dem Kind widmen zu können. Inspiriert durch die eigene Situation schrieb sie so ihr erstes Kinderbuch »Paule ist ein Glücksgriff«. Ihr Debüt wurde ein beispielloser Erfolg (Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach; Ehrenliste des Österreichischen Staatspreises für Kinder- und Jugendliteratur). Und Kirsten Boie selbst erwies sich als Glücksfall für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur.

Inzwischen sind von Kirsten Boie weit mehr als hundert Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, die von ihrer enormen literarischen Vielseitigkeit, großem Einfühlungsvermögen, vor allem aber von ihrem sozialen Engagement Zeugnis geben.

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