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Jenseits der blauen Grenze

Jenseits der blauen Grenze

Dorit Linke

Fünfzig Kilometer Wasser trennen sie von der Freiheit – und nur ein dünnes Seil, das ihre Handgelenke verbindet, rettet sie vor der absoluten Einsamkeit.

Schlagworte:
Coming of Age, Drama, Zeitgeschichte
Zeit:
August 1989
Schauplatz:
DDR, Rostock, die Ostsee zwischen Kühlungsborn und Fehmarn
Hauptfiguren:
Hanna Klein, Andreas Kuschwitz, Jens Blum, genannt Sachsen-Jensi (alle 17 Jahre), Hannas Opa, Schwimmlehrer Ulrich, die Lehrerinnen Frau Kröger und Frau Thiel, Parteisekretärin Karlow

Inhalt

1989: In den letzten Monaten der DDR planen die beiden Rostocker Jugendlichen Hanna und Andreas ihre Flucht in den Westen. Ihr Freund Sachsen-Jensi ist vor kurzem überstürzt mit seinen Eltern nach Hamburg aufgebrochen, als deren Ausreiseantrag genehmigt wurde. Hanna und Andreas hingegen sind aufgrund eines dummen Streichs ins Visier der Staatsmacht geraten, haben das Recht auf Abitur und Studienplatz verwirkt. Statt Sportstudium heißt es für Hanna nun Fabrikarbeit. Andreas, der bereits einmal im Jugendwerkhof einsaß, geht es noch elender. Ihre einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben sehen sie in dem Versuch, über die „blaue Grenze“ zu entkommen – die Ostsee. 50 Kilometer müssen sie dafür von Warnemünde bis nach Fehmarn schwimmen. 25 Stunden im kalten Wasser, mit Wellengang, ohne Pausen. Das ist selbst für geübte Schwimmer wie Hanna ein fast unmögliches Unterfangen, und erst recht für Andreas. Die Freunde wissen genau, dass sie ihr Leben riskieren, dennoch wagen sie eines Abends im August schließlich den Versuch…

Der Roman, der 2015 für den Jugendliteraturpreis nominiert war, erzählt von einer Jugend am Abgrund: Es geht um tiefe Freundschaften, verkorkste Familien, Erwachsene, die allesamt nicht als Vorbild taugen und ein System, das kurz vor dem Kollaps steht. Die nervenzerreißende Spannung der Flucht verwebt die Autorin gekonnt mit urkomischen Momenten aus der DDR-Realität und der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Über die Autorin

Dorit Linke, geboren 1971 in Rostock, wuchs in der DDR auf. Sie machte Abitur, war Leistungssportlerin und Rettungsschwimmerin. Den politischen Wandel Ende der Achtziger erlebte sie bewusst mit, nahm an den Montagsdemonstrationen teil und war achtzehn Jahre alt, als die Mauer fiel. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin. »Jenseits der blauen Grenze« war ihr erster Jugendroman. Zurzeit arbeitet die Autorin an einer Fortsetzung.

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